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Jugend debattiert

Realschule bei Landesfinale

Landesfinale BW

 

Am 31.03.2023 fand in Stuttgart das Landesfinale von "Jugend debattiert" statt. Emma Dech vertrat den Regionalverbund Bodensee-Oberschwaben.

 

Emma Dech von der Realschule der Liebfrauenschule vertrat gemeinsam mit Majd Esper aus Mengen den Regionalverbund Bodensee-Oberschwaben, einen der größten Verbünde in Baden-Württemberg.

 

 Emma Dech

 

Die Erst-und Zweitplatzierten von insgesamt 16 Regionalverbünden hatten sich in ihren jeweiligen Regionalfinals für das Landesfinale in Stuttgart qualifiziert. Daher ist es schon ein großer Erfolg, überhaupt nach Stuttgart reisen zu dürfen, da man sich im Vorfeld gegen viel mehr Teilnehmer durchsetzen muss als in entsprechend kleineren Regionalverbünden. Entsprechend aufgeregt und voller Vorfreude reiste die Delegation der Realschule der Liebfrauenschule mit Emma Dech, Vivienne Pribek, Liv Grieshuber und Silke Schokols an.

 

Alle 32 Teilnehmer hatten sich bereits beim Siegerseminar auf Burg Rothenfels kennengelernt. Sie wurden an drei Tagen gemeinsam durch professionelle Trainer geschult und auf ihre Debatten vorbereitet. Aber auch die gemeinsam verbrachte Zeit brachte den Jugendlichen einen großen Gewinn an Freundschaften, Austausch und persönliche Erfahrungen über den Wettbewerb hinaus. Dementsprechend war die Ankunft in Stuttgart auch ein schönes Wiedersehen mit Freunden, nicht nur Konkurrenten.

 

+ In der ersten Vorrunde gingen die Debattanten der Frage nach: "Sollen ARD und ZDF auf den Erwerb von Fußball-Übertragungsrechten verzichten?"

Die vergangene Weltmeisterschaft in Katar hat in vielerlei Hinsicht zu Debatten in der Bevölkerung geführt. So stellt sich auch die Frage nach den Kosten bzw. Ausgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, um seinem Informations- und Bildungsauftrag gerecht zu werden und um weiterhin gebührenfinanziert akzeptiert zu werden. Die hohen Kosten für Fußball-Übertragungen sind dabei einer von mehreren Ansatzpunkten, die in der Debatte um eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks tatsächlich diskutiert werden.

Emma sprach sich hier gegen die Forderung aus und konnte unter anderem aufzeigen, dass die Übertragung von Fußballspielen aus unterschiedlichen Ländern auch Aufklärungsarbeit über Regionen leisten kann, die sonst keine große Aufmerksamkeit genießen und z.B. der öffentliche Druck auf solche Länder erhöht werden kann, um Menschenrechte oder Arbeitsbedingungen zu verbessern.
+ In der zweiten Runde wurde die Frage debattiert: "Sollen in der Sekundarstufe I die Klassengrößen erhöht werden?"

Die Streitfrage bezieht ihre Aktualität aus der Stellungnahme der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) vom 27.01.2023. Darin stellt die SWK ein umfassendes Lagebild vor und empfiehlt für die Sekundarstufe I, zur Senkung des Bedarfs an Lehrkräften, zu prüfen, Klassengrößen zeitlich befristet anzupassen.

Hier vertrat Emma die Pro-Seite und konnte deutlich machen, dass eine größere Klasse gut für die Sozialkompetenz der Schüler sein kann, Gruppenarbeit gefördert wird und Schüler auch voneinander lernen können.

 

Durch ihre gute Leistung konnte Emma sich in einem starken Teilnehmerfeld und in den Debatten, die auf einem hohen Niveau geführt wurden, einen guten Platz im Mittelfeld sichern. Für die aktive Teilnahme am Finale im Landtag reichte es daher leider nicht, doch genoss die Delegation der Liebfrauenschule als Zuschauer das politische Flair des Gebäudes sowie die Finaldebatte auf den Plätzen, die sonst z.B. von Winfried Kretschmann besetzt sind. 

Realschule qualifiziert sich fürs Landesfinale

Nach zwei Jahren Corona-Pause fand am Mittwoch, den 01.02.2023 der Regionalverbundsentscheid Oberschwaben von "Jugend debattiert" mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse im Hofgarten statt.

 

Realschülerinnen bei Jugend debattiert

 

 

 

 

Emma Dech (rechts) und Liv Grieshuber (Mitte) aus der R9c vertraten die Realschule der Liebfrauenschule.

Unterstützt und begleitet wurden sie von Vivienne Pribek (links), die als Jurorin erste Erfahrungen im Wettbewerb sammeln konnte und Falk Mahler, der als Ersatzkandidat ebenfalls mit dabei war. Als Team bereiteten sie sich intensiv auf den Wettbewerb vor.

+ Die erste Vorrunde: "Soll eine Obergrenze für den täglichen Wasserverbrauch pro Person eingeführt werden?"

Hier vertraten beide Mädchen die Kontraseite. Zunächst noch sehr nervös wurden sie im Laufe der Debatte immer sicherer. So konnten sie sehr überzeugend darlegen, dass nicht die Privatpersonen das Problem seien, sondern u.a. die Industrie, da z.B. für die Produktion eines Autos 40000 l Wasser verbraucht würden. Außerdem zähle Deutschland nicht zu den niederschlagsarmen Ländern, ganz im Gegenteil müsse die Bevölkerung eher darüber informiert und aufgeklärt werden, wie Wasser gespart und Regenwasser besser genutzt und aufbereitet werden könne.
+ Die zweite Vorrunde: "Sollen öffentliche Grünanlagen mit essbaren Pflanzen bepflanzt werden, die von der Bevölkerung frei geerntet werden dürfen?"

In der zweiten Vorrunde fühlten sich die Schülerinnen schon sicherer. Hier argumentierten die Schülerinnen beide für eine solche Maßnahme, da Transportwege entfallen, die Umwelt geschont und absolut "Bio-Produkte" erzeugt würden. Außerdem stellten sie vor allem die Möglichkeit des sozialen Miteinanders und die Chance auf ein gemeinsames Handeln der Bevölkerung in den Mittelpunkt ihrer Rede.
+ Das Finalthema: "Soll es an jeder weiterführenden Schule eine Schülerzeitung geben?"

Beide Schülerinnen überzeugten ihre jeweilige Jury vor allem durch die Fähigkeit, auf Fragen der Gegenseite sofort einzugehen, sich gekonnt auszudrücken und immer wieder neue Sachverhalte in die Diskussion einzubringen.

Nach den Vorrunden qualifizierte sich Liv mit den meisten Punkten fürs Finale, Emma folgte ihr als dritte von vier Finalist*innen. Argumente wie die Förderung von sprachlicher Kompetenz und Demokratieverständnis auf der einen Seite und die fehlende Zeit für die Schule und Hausaufgaben bzw. die Kontrolle über Inhalte auf der anderen Seite brachten die Debatte auf ein hohes Niveau und die Debattant*innen konnten zeigen, dass sie nicht umsonst im Finale standen.
+ Vivienne Pribek, Jurorin

"Ich war am Anfang ziemlich aufgeregt, da ich eigentlich als Zeitnehmerin angemeldet war. Als mir alles erklärt wurde und die erste Runde begann, war alles noch ziemlich hektisch. Trotz allem schrieb ich alles auf, was mir auffiel. Als ich zu den anderen beiden Juroren schaute, war ich verwirrt. Sie hatten Vieles stehen, Pfeile, die irgendwas verbinden sollten und Zahlen. Trotzdem denke ich, dass ich es ganz gut gemacht habe, fair geblieben bin und ehrlich war.

In der zweiten Runde war ich schon viel entspannter. Wie schon in der ersten Runde schrieb ich mir alles auf, was ich für wichtig hielt. In beiden Runden gab ich jeweils einer Person ein Feedback. Ich hoffe, ich war nicht allzu streng.

In der dritten Runde, dem Finale, war ich keine Jurorin mehr, sondern Zuschauer. Da ich einen persönlichen Bezug zu zwei Finalistinnen hatte. Sonst hätte es sein können, dass ich ihnen unbewusst mehr Punkte gebe und sie zu Unrecht gewinnen würden. Alles in Allem hat mir alles ganz gut gefallen und ich wäre sehr gerne wieder Jurorin."
+ Emma Dech, 2. Platz und qualifiziert für den Landeswettbewerb in Stuttgart

"Ich hatte mich die Tage zuvor gut vorbereitet, weshalb ich eigentlich ganz zuversichtlich war. Die erste Runde war für mich dann aber doch etwas schwer, da ich mich erstmal zurechtfinden musste. Trotz anfänglicher Zweifel in der ersten Runde habe ich diese mit positivem Feedback der Jury gemeistert.

In der zweiten Runde lief es dann schon viel besser und ich habe mich auch wohler gefühlt. Über die Nachricht, dass ich im Finale bin, habe ich mich dann riesig gefreut. In der Mittagspause habe ich mich mit meiner Teamkollegin gut besprochen, denn wir hatten es auf unseren starken Gegner abgesehen. Im Finale haben wir dann debattiert, was das Zeug hielt.

Am Ender der Debatte hatte ich aber eigentlich kein gutes Gefühl, deshalb war ich umso überraschter über die Nachricht, dass ich den 2. Platz belegt habe und somit auch noch in Stuttgart debattieren werde. Ich bin immer noch zuversichtlich und freue mich auf das weitere Debattieren."

 

Am Ende siegte Majd Esper von der Realschule in Mengen, knapp gefolgt von einer überraschten Emma Dech. Beide Sieger*innen vertreten Oberschwaben nun beim Landeswettbewerb in Stuttgart. Liv Grieshaber belegte den 3. Platz und ist im Krankheitsfall damit Nachrückerin für Stuttgart. Für Vivienne Pribek, die zum ersten Mal als Jurorin im Einsatz war, war der Wettbewerb ebenfalls eine neue und aufregende Erfahrung.

 

Emma Dech nimmt als zweite Siegerin an einem dreitägigen Siegerseminar auf Burg Rothenfels teil, wo alle Sieger*innen aus Baden-Württemberg von professionellen Trainern gemeinsam auf das Landesfinale in Stuttgart Ende März vorbereitet werden. Die Schulleitung und die betreuende Lehrerin Silke Schokols sind sehr stolz auf diese Leistung und wünschen Emma und Liv viel Erfolg in Stuttgart!

2023-05-10 14:41:55
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