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Compassion

Compassion Seminar

Compassion politisch denken! - Das war der Auftrag an unsere 13 SchülerInnen der G10a, die vom 24. - 25. November im Tagungshaus Kloster Heiligkreuztal gemeinsam mit den Teamern Andreas May und Mika Fischer vom Haus am Maiberg, Akademie für soziale und politische Bildung der Diözese Mainz, am Compassion-Seminar teilnahmen.

 

  

 

Was haben unsere individuelle Erfahrungen aus dem Sozialpraktikum „Compassion – Menschsein für andere“ mit dem Sozialstaat zu tun? Wie passt das zusammen? Welche Gerechtigkeit wollen wir in unserer Gesellschaft? Was bedeutet es „arm“ zu sein, eben z.B. nicht automatisch arbeitslos? Welche Rolle spielt Bildung in unserem Sozialsystem? Wie soll Inklusion konkret aussehen?

 

   

 

Es wurde viel diskutiert, Utopien („Wenn ich König von Deutschland wäre“ ...) aufgebaut und das reale System einer harten Kritik unterzogen.

Höhepunkt der Veranstaltung war das Expertengespräch am Donnerstagnachmittag mit Herrn Freitag vom AGJ-Verband (Wohnungslosenhilfe) Sigmaringen, Frau Reichert vom Caritas Verband Sigmaringen und Herrn Zwick, Bürgermeister der Stadt Messkirch, die sich den vielen kritischen Fragen der Schülerinnen und Schüler zu aktuellen Fragen und ihren jeweiligen Fachbereichen gerne stellten.

 

  

 

Es war eine gute Erfahrung; wir hatten eine tolle gemeinsame Zeit, haben viel gelernt und dabei auch noch Spaß gehabt. So lauteten die Rückmeldungen nach der intensiven Arbeit von eineinhalb Tagen Seminar.

 

Barbara Engelhardt-Weber

Was ist Compassion?

Der Begriff "„Compassion", der seine sprachlichen Wurzeln im Spanischen und Englischen besitzt, bedeutet so viel wie „"Mitempfinden" oder "„Mitleidenschaft".

Compassion ist ein Projekt sozialen Lernens mit dem Ziel der Entwicklung sozialverpflichteter Haltungen wie Solidarität und Engagement für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.

 

Während des Compassion-Praktikums sind die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen sowie der A11 für zwei Wochen in verschiedenen sozialen Einrichtungen (z. B. integrativen Kindergärten, Schulen und Werkstätten für körperlich und geistig Behinderte, Krankenhäuser, Altenheime). Sie erleben dort Realsituationen mit Menschen, die aus den verschiedensten Gründen die Hilfe anderer Menschen existentiell benötigen.

 

Während dieser Zeit werden sie von der Schule begleitet und unterstützt. Die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler werden im Unterricht verschiedener Fächer aufgegriffen und mit Fachinhalten verbunden.

Damit ist Compassion ein wichtiger Beitrag zum Erziehungskonzept der Liebfrauenschule: Erziehung zur Achtung und Bewahrung der Schöpfung durch aktives Handeln mit Herz und Hand.

 

Das Praktikum findet an der Liebfrauenschule immer in den beiden letzten Wochen vor den Herbstferien statt.

 

Compassion ist 1994 aus einem wissenschaftlich begleiteten und evaluierten Pilotprojekt einer Arbeitsgruppe bei der Deutschen Bischofskonferenz unter maßgeblicher Mitwirkung der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg hervorgegangen.

Vertiefungsseminar - Compassion politisch denken

  • Was haben die eigenen Erfahrungen aus den Compassion-Einrichtungen mit unserem Sozialstaat zu tun?
  • Warum braucht es überhaupt einen Sozialstaat?
  • (Wie) kann man sich beteiligen?
  • Wenn ich König von Deutschland wäre, dann...…

Mit diesen und ähnlichen Fragen setzen sich Schülerinnen und Schüler bei dem freiwilligen Vertiefungsseminar „"Compassion –politisch Denken“" im Tagungshaus Kloster Heiligkreuztal in Diskussionen, Gruppenarbeiten, Recherchen, Rollenspielen und Expertengesprächen auseinander. Dabei kommt der Spaß natürlich auch nicht zu kurz.

 

Veranstaltet wird das Seminar seit 2010 in Kooperation mit dem Haus am Maiberg, Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz (www.haus-am-maiberg.de).

 

Schülerberichte - Warum Compassion?

Antworten auf diese Frage geben Auszüge aus Schülerberichten der letzten Jahrgänge:

 

"Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Beruf Kindergärtner/in sehr unterschätzt habe und dass diese Menschen eine sehr wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft übernehmen. Ich habe noch nie daran gedacht, später mal einen sozialen Beruf auszuüben, doch Compassion hat mir gezeigt, dass schon lohnenswert ist, zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen."

 

"Durch diese Arbeit ist mir klar geworden, dass behinderte Menschen sehr nett sind und man keine Angst vor ihnen haben muss. Diese Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, werde ich nicht so schnell vergessen und diese sind auch sehr wertvoll für mich. Jeder sollte so etwas machen, um solche Erfahrungen zu sammeln. Früher hab ich immer versucht auf Distanz mit behinderten zu gehen, jetzt hat sich das komplett geändert. Ich werde versuchen, in Zukunft offener auf sie zuzugehen."

 

"Erzieher ist zwar nicht mein Traumberuf, dennoch war es eine gute Erfahrung mit Kindern und dem Berufsleben. Es war anders als in der Schule zu sitzen. Das Konzept des Kindergartens hat mich überzeugt und könnte man auch in Kindergärten ohne Sprachförderung einführen. Es fördert das eigenverantwortliche Arbeiten und Denken. Hier lernen die Kinder auch sämtliche Benimmregeln, z.B. wie man mit Messer und Gabel richtig isst oder den Umgang mit anderen Kindern. Compassion ist eine gute Idee, die man aber noch ausweiten könnte. Statt der abgeschafften Wehrpflicht könnte man ein Jahr Staatsdienst in solchen Einrichtungen einführen. Dort könnte man außerhalb der Schule wichtige Erfahrungen sammeln und wer weiß, vielleicht überlegt sich der eine oder andere in solche Einrichtungen zu gehen."

 

"Die ganzen Erfahrungen werden mir in Bezug auf meinen späteren Lebenslauf auf jeden Fall weiterhelfen, da ich mal etwas anderes erlebt habe. Natürlich wäre ein Betriebspraktikum auch gut gewesen, aber das kann man ja noch früher oder später machen. Ein soziales Praktikum aber werden die wenigsten machen. Deswegen finde ich es gut, dass man das schon so früh macht, bevor es zu spät ist und man in den Betriebsalltag eingelebt ist. Es war ziemlich anders als der Schulalltag (...) Ich habe gemerkt, dass der Erzieher-Beruf nicht für mich ist, das ahnte ich aber schon davor. Ein FSJ in diesem Bereich ist nicht auszuschließen, da es eine gute Erfahrung ist, Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen."

 

"Ich habe in dem Praktikum auch einige neue Erfahrungen machen dürfen, welche meinen jetzigen Alltag in Zukunft ändern und beeinflussen werden. Vor diesen zwei Wochen waren allgemein pflegebedürftige Menschen für mich kein Thema, nach dem Motto: Jeder kümmert sich nur um sich selbst. Doch jetzt weiß ich, es kann jeden überall treffen und von heute auf morgen ist man auf Hilfe angewiesen!"

GFS im Fach Deutsch zum Thema Compassion

1. Umfang

 

Die GFS umfasst zum einen eine „Bewerbungsmappe“ mit Lebenslauf (tabellarisch) und ein Bewerbungsschreiben

an die Institution (das selbstverständlich nicht abgeschickt wird), zum anderen einen ausführlichen Praktikumsbericht.

Dieser hat einen Umfang von 6 – 8 Seiten.

Firmeninterne Tätigkeitsnachweise, Zeitungsartikel, Broschüren etc. zählen nicht als Teile des Berichts, können/sollen aber als Anhang hinzugefügt werden.

 

2. Ziele

 

2.1. Ziel der Bewerbungsmappe

 

In deinem weiteren Lebenslauf wirst du dich vielfach mit einer solchen Bewerbungsmappe (die dann zusätzlich Zeugnisse und verschiedenste Gutachten/Zertifikate enthalten kann) bewerben müssen. Verstehe also diese Zusammenstellung der Mappe als Übung, auf die du später auch ganz praktisch zurückgreifen kannst.

 

2.2. Ziel des Praktikumsberichts

 

Der Praktikumsbericht dient der Reflexion deiner Erfahrungen in einem professionellen, sozialen Handlungsfeld.

Insbesondere die Frage danach, welche überfachlichen (Schlüssel-)Qualifikationen eingesetzt werden konnten, sollten bei der Abfassung des Berichts Beachtung finden.

Darüber hinaus soll mit dem Praktikumsbericht die Fähigkeit unter Beweis gestellt werden, einen zusammenhängenden Text präzise, eindeutig, sachlich und sprachlich korrekt formulieren zu können.

 

3. Äußere Form

 

Die Seitenränder rechts und links (Blocksatz) sollten 3,5 cm breit sein.
Der Bericht ist in Schrift Arial und Schriftgröße 12 zu verfassen, der Zeilenabstand beträgt 1,5.
Die Blätter werden nur einseitig bedruckt.
Die Seiten müssen durchnummeriert sein.
Zitate müssen den üblichen wissenschaftlichen Techniken gemäß nachgewiesen werden.
Orthografie- und Interpunktionsfehler sind zu vermeiden!
Speichern des Berichts nicht vergessen!
Abgabe der GFS der Form entsprechend in einer Mappe/Ordner

Wer eine GFS zum Thema Compassion erstellt, gibt ein zweites Exemplar des Praktikumsberichtes beim Klassenlehrer ab (bis zum 01.12.08.). Wie im Tagebuch beschrieben, werden die Teile 3 und 4 (hier: 4.4.3. Bewertung des Praktikums) dabei auf extra Seiten gedruckt, da diese nicht an die Einrichtung weiter geleitet werden. Das Exemplar des Praktikumsberichtes, das an den Deutschlehrer geht, enthält keinen Teil 4 (hier: 4.4.3.2. Begleitung durch die Schule) – dieser Teil zählt nicht zur GFS!

 

4. Aufbau

 

4.1. Deckblatt

 

Auf dem Deckblatt sind folgende Informationen anzugeben:

  • Titel (Praktikumsbericht...)
  • Name mit aktueller Anschrift und Telefonnummer (evtl. E-Mail-Adresse)
  • Klasse / Klassenlehrer
  • besuchte Einrichtung
  • Zeitraum des Praktikums
  • betreuender Lehrer 

4.2. Inhaltsverzeichnis

 

Im Inhaltsverzeichnis sind die Kapitel und Unterkapitel und die hinzugefügten Anlagen mit Seitenzahlen aufgeführt.

Der Praktikumsbericht muss im weiteren also übersichtlich gegliedert sein.

 

4.3. Einleitung

 

Folgende Fragen sollten in der Einleitung behandelt werden. Dabei muss aber ein zusammenhängender Text entstehen.

  • Wann und wo habe ich das Praktikum absolviert? (siehe Deckblatt, etwas ausführlicher – Name und Adresse)
  • Weshalb habe ich diese Praktikumsstelle ausgesucht? (Habe ich eine „Bindung“ zur Praktikumsstelle?) Nenne Gründe.
  • Was war mein Ziel für dieses Praktikum?
  • Welche Vorplanungen habe ich getroffen? Habe ich überhaupt welche getroffen?
  • Generelle Einschätzung: Bin ich zufrieden oder nicht zufrieden mit dem Praktikum? Nur kurz (weiteres später) 

4.4. Hauptteil

 

Der Praktikumsplatz und die gemachten Erfahrungen sollen zusammenfassend beschrieben werden. Nicht die detaillierte Dokumentation aller ausgeführten Tätigkeiten, sondern die Eingrenzung auf relevante Aspekte und der persönliche Bezug sind wesentlich.

 

4.4.1.Beschreibung der Institution

 

  • Genaue Bezeichnung  
  • institutionelle Einbindung der konkreten Einrichtung (übergeordnete Organisationen?)
  • Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Institution
  • „Geschichte“ der Institution
  • Ausstattung/Technik/besondere Merkmale
  • Personal: Berufsfelder an der Einrichtung (Welche Berufe gibt es? Welche Ausbildung wird hierfür benötigt?)
  • „Zielgruppe“ der Institution 

4.4.2. Organisation und Arbeitsinhalte des Praktikums

 

4.4.2.1 Organisation

 

Mein Praktikumsplatz in der gewählten Institution:

  • Verantwortliche(r) für mich als Praktikant(in)
  • Beschreibung des/r  Aufgabengebiete/s (kurz)
  • Zeitliche Arrangements (von wann bis wann habe ich täglich gearbeitet?)
  • Meine Vorplanungen/Vorstellungen im Vergleich zur vorgefundenen Realität
  • Einbindung meiner Aufgaben in den Ablauf und den Arbeitskontext der Einrichtung 

4.4.2.2 Ablaufbericht, Inhalte

 

Folgende Fragen sollen helfen, einen vollständigen Ablaufbericht zu schreiben. Dabei müssen die Punkte nicht nacheinander abgehandelt werden. Es soll vielmehr ein zusammenhängender, in sich logischer Text entstehen.

Welche Aufgaben konnte ich erledigen? Wie, also mit welchen Methoden habe ich das getan?
Welche Kenntnisse und Fertigkeiten habe ich für die Erledigung der Arbeiten benötigt?
Welche habe ich mir aneignen müssen? Wie hat das stattgefunden?
Welche Probleme traten bei der Aneignung auf, was hat ohne Probleme funktioniert?
Gab es ein Feedback?
Gab es Unterstützung?
War die Arbeit interessant für mich? Warum?
Wie schätze ich meinen Beitrag für die Arbeit „meiner“ Abteilung / “meines“ Arbeitsfeldes ein?
Gab es herausragende Erfolge/Misserfolge?
Wie waren meine Erfahrungen mit Belastungen?
... mit den Personen, die ich betreute?
… mit den Mitarbeitern?
… mit der Kommunikation zwischen den Mitarbeitern?
… mit der Kommunikation zwischen Mitarbeitern und betreuten Personen?
… mit der Organisation an sich?
… mit Führungsstil(en) / Organisationsstil(en)?
.... mit Arbeitszeiten? usw.
Welche Besonderheiten in der fachlich-inhaltlichen Arbeit sind mir begegnet?
Welche Erlebnisse/Erfahrungen haben mich besonders beschäftigt?

4.4.3. Bewertung des Praktikums

 

4.4.3.1. Persönliche Erfahrungen, Begleitung in der Familie

 

Die Fragen sollen dir erleichtern, deine persönlichen Erfahrungen in einem zusammenhängenden Text zu beschreiben.

Welchen Stellenwert hat das Praktikum für mich?
Haben in meiner Familie Gespräche über meine Praktikumserfahrungen stattgefunden?
Wie habe ich das Praktikum körperlich und seelisch verkraftet?
Was hat mir gefallen?
Was hat mich motiviert und wozu?
Was bedeuten mir diese Erfahrungen?
Hat sich in meiner Einstellung zwischen der Zeit vor und der Zeit nach dem Praktikum etwas geändert? Wenn ja, was?

4.4.3.2. Begleitung durch die Schule

 

Brachte mir die Einführungsveranstaltung die gewünschten Informationen?
Wie empfand ich die einzelnen Abschnitte? (Compassionbild, Gespräch mit den Schülern der 12. Klasse, Tagebuch,...)
War der Abend des Zwischentreffens gut für mich?
War das Nachtreffen ein gelungener Abschluss? Brachte es mir den nötigen Austausch?
War die Betreuung durch meinen Begleitlehrer für mich zufriedenstellend?
Was könnte verbessert werden?
Würde ich meinen Praktikumsplatz den nachfolgenden 11ern/10ern weiterempfehlen?

 

2022-08-25 07:52:50
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