Liebfrauenschule Sigmaringen Gymnasium & Realschule
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prävention

Wir alle, Jugendliche wie Erwachsene, denken bei den Worten "Drogen", Sucht", Abhängigkeit" zuerst immer an die anderen: Alkis schlafen unter Brücken, Junkies treiben sich an Bahnhöfen rum, mit uns haben die Gott sei Dank nichts zu tun. So spektakulär die Bilder in unseren Köpfen sind, so spektakulär denken wir uns wahrscheinlich auch den Weg in die Sucht.


Erschreckend normal sieht jedoch dieser Weg zumeist aus. Am Anfang steht immer die Sehnsucht: nach Zuneigung, nach Geborgenheit und nach Anerkennung. Allzu verlockend erscheint dabei häufig der Griff nach Suchtmitteln, die eine leichtere Be-wältigung der Nöte, schnellere Erfüllung von Träumen vorgaukeln. Unbemerkt geht dabei die Fähigkeit zu einer selbstbestimmten Lebensgestaltung verloren. Das kann jeden betreffen.

 

Seit vielen Jahren haben wir an der Liebfrauenschule ein Suchtcurriculum entwickelt, das unseren Schülerinnen und Schülern diese Normalität zeigen soll. Wir möchten dazu beitragen, sie zu hinterfragen und einen anderen Umgang damit entwickeln. Wir möchten dazu beitragen, dass SchülerInnen ihre Sehnsüchte erkennen und wirkungsvoll befriedigen können, ohne zu Suchtmitteln greifen zu müssen.


Zum Beispiel veranstalten wir für alle Eltern unserer Siebtklässler Informationsabende. Hier geht es darum aufzuzeigen, welche Herausforderungen ein Heranwachsender heutzutage zu meistern hat und wie wir Erwachsene, Eltern wie Lehrer, ihm helfen können, diesen Schwierigkeiten zu begegnen; wie wir unsere Kinder stärken können, wie wir ihre Fähigkeiten zu Gefühlswahrnehmung, zu Konfliktbewältigung und zu wirklichen Beziehungen mit ihren Mitmenschen fördern können; wie wir ihnen helfen können, so zufrieden und selbstbewusst zu werden, dass sie Suchtmittel nicht nötig haben.


Unsere Siebtklässler besuchen alle im Rahmen eines fächerverbindenden Projektes die Sigmaringer Suchtberatungsstelle. In Biologie erfahren die SchülerInnen alles über Wirkungsweise und gesundheitliche Folgen von Suchtmitteln. In Religion und Deutsch sollen sie insbesondere auf die Rolle von menschlichen Beziehungen und von Gefühlen aufmerksam werden. Schließlich organisieren wir einen Termin in der Sucht-beratungsstelle. Von kompetenten Fachkräften werden die Jugendlichen hier noch einmal über Entstehungsbedingungen von Sucht informiert und über mögliche Wege wieder hinaus.


Für unsere Acht- und Neuntklässler laden wir alle zwei Jahre eine Theatergruppe ein. Die Schauspieler sind Patienten einer Therapieeinrichtung, d.h. Drogenabhängige, die ihre eigenen Erfahrungen mit der Abhängigkeit darstellen. Im Anschluss an das Stück stehen die Schauspieler für Diskussionen zur Verfügung.


Außerdem organisieren wir in enger Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle sowie mit der Suchtbeauftragten des Landratsamtes regelmäßig Projekte, die v.a. den SchülerInnen unserer Mittelstufe dabei helfen sollen, ihren eigenen Konsum kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren.

 

So versuchen wir, in jedem Schuljahr einen Baustein unseres Gesamtkonzepts Prävention umzusetzen und hoffen, dadurch dazu beizutragen, dass unsere Schülerinnen und Schüler befähigt werden, ihr Leben frei und selbstbestimmt zu gestalten.

Lela Buder,
Informationslehrerin für Präventionsfragen

 

 

2016-07-04 16:00:33
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